“Gschissn.”

On 20. Juni 2016
2011_04_18 SFN - Thüringerberg 011_400x600

Egal ob Rene Dobler, Dolber oder einfach nur Toni – unser Möchtegernstürmer ist der verdiente Man of the Race

Da das Heimspiel der Sportfreunde Nofels vergangene Woche kaum hätte dramatischer ablaufen können, ist der Spielbericht dieses Mal nicht wirklich ein Bericht, sondern vielmehr eine literarische Aufarbeitung in Form eines – Überraschung – Dramas. Ja, das ist unser ernst. Nein, wir sind (offiziell) nicht verrückt. Zugegeben, es mag vielleicht ein bisschen daran liegen, dass wir LSD als neue Lieblingsdroge für uns entdeckt haben, dennoch (oder deshalb) halten wir es aber durchaus für vertretbar, ein Spiel auch mal aus Sicht der Fans wiederzugeben und deren poetischen Wortspenden hier Raum zu geben. Dazu passend der geradezu hymnisch anmutende Titel des Stücks: “Gschissn.”

Redaktioneller Hinweis: Wir raten jedem vom Konsum von illegalen Drogen ab. Drogen sind böse. Pfui.

Redaktioneller Hinweis 2: Mit Ausnahme der Spieler sind alle Personen im folgenden Text völlig frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und ausschließlich Ergebnis der Fantasie des Lesers.

 

Szene 1.

Ort des Geschehens: Sportplatz Gisingen, 3er Platz. Ein Haufen begnadeter Hobbykicker, die aus Protest gegen die Kommerzialisierung des Fußballs keine Profilaufbahn eingeschlagen haben und nur deshalb derzeit nicht als Teil der österreichischen Nationalmannschaft in Frankreich weilen, wärmt sich für ein Heimspiel auf. Die ersten Zuschauer sind bereits eingetrudelt.

Pitrazia: „Jetzt lauf amol, Schatzi! Wenn nochher oh so lahmarschig spielsch wia jetzt ufwärmsch muasch mr gea numma hoam ko!“

Simone Chazmòn: „Lass an doch, dia hond jo noch a halbe Stund bis Spielbeginn. Gegs wen spielan se hüt eigentlich?“

Pitrazia: „Gegs Fraxra. Voll des Spitzenspiel.“

Simone Chazmòn: „Owe, es mon se jo fast gwinna, sunnsch würds schwer mim Meistertitel.“

Pitrazia: „Jo eba, drum feuer i se jo jetzt scho mol a.“

Simone Chazmòn: „Schau mr liaber mol, obs scho a Bier gibt.“ Ruft zum Kantineur: „Ewaldimar, gibt´s scho a Bomba?“

Kantineur: „Immer!“

Nadi: „Jo, Bier hon se, nur an Hugo wieder mol net. Volls Theater.“

Währenddessen hält Spielertrainer Steini die Mannschaftsansprache:

Steini: „Jungs, simmer do? Also, mir spielen eh wia immer. Wichtig isch hüt, dass mr viel miteinander redan. Und vollgas alle! Jetzt goht´s um alls, muass i euch glob eh net sega. Hüt mommer do si! Hinta so wia s letzte mol, vorna erwart i mr, dass mr mehr gas gend. Oh in da Zweikämpf mommer do si hüt!.“

Reidi: „Und schüssa vorna! Isch brutal schwer fürn Goalie.“

Steini: „Hey Jungs, simmer do?“

ALLE: „ZAAAAM, ZAAAAAM, ZAAAAAM, ZAAAAAAM – HOOOOOOOOP DI!“

 

Szene 2.

Das Publikum hat sich nun vollständig eingefunden, wenn auch ob des ungewohnten Mittwoch-Termins und des mittelprächtigen Wetters nicht so zahlreich wie sonst. Das Spiel ist bereits in vollem Gange.

Marty Fischer: „Hey Marino, warum bisch du net umzoga?“

Marino Curveball: „Verletzt.“

Marty Fischer: „Was heasch?“

Marino Curveball: „Fritsch tätowiert.“

Fredirick Jefferson: „Bis uf an Schöch spielan se eh net so schlecht, aber ene Chance grad hättan se macha müassa.“

Simone Chazmòn: „Wennr se ummeglegt hätt statt seal z schüssa wär se dinna gsi.“

Fredirick Jefferson: „Ah er isch halt an Torjäger, der goht uf an Abschluss. Kann ma scho macha.“

Simone Chazmòn: „Jo aber denn müasstr se halt oh macha!“

Fredirick Jefferson: „Schwieriga Winkel und mir sin jo net in da Champions League do. Nadi, was sesch du dazu?“

Nadi: „I seg nur oans: es gibt immer no koan Hugo do.“

Marino Curveball: „Eh wurscht, schau, si machan jetzt oane!“

Marty Fischer: „Aaaaahh scheiße, wenn da Dolber ene Flanka innebrocht hätt, wär da Lange ganz aloah dinna gstanda!“

Marino Curveball: „Da Dolber isch heiß hüt, schau, er holt sich d Frucht eh wieder! Jawoll, sauber gmacht! Und jetzt hau an Curveball in Strafraum!“

Fredirick Jefferson: „Krass, dia Flanka war so guat, en Kopfball heat numma mol da Lange versaua könna!“

Pitrazia: „Wuhuuuuu, 1:0!“

Simone Chazmòn: „Uf es ane hol i mr nomol a bomba.“

Ignaz: „Bring mr oane mit!”

Nadi: „Und frog ob se Hugo hond!”

Noch vor der Halbzeitpause gelingt den Noflern ein zweiter Treffer.

Marty Fischer: „Geila Lochpass gsi vom Malle.“

Isi Granate: „Jo, heatr aber oh geil ins Krüzeck knallt nochher, hätt i eam gea net zutraut.“

Marino Curveball: Jo geila Schlenzer, voll da Curveball.“

Nadi: „Woasch was jetzt oh geil wär? An Hugo!“

Ignaz: „Wohrschinlich ischr nur usgrutscht und heat glück ka. Hätt nämlich ziemlich scheiße usgschaut, wennr den daneabatghaut hät und da Steini wär völlig frei mitglofa gsi.“

Isi Granate: „Egal, 2:0 zur Halbzit passt guat. Find es isch oh voll verdiant, Fraxra heat jo koa oanzige chance ka und si hond scho guat gspielt. Bsundrigs der sexy Barkeeper vom Reiners Pub do hinta.“

Nadi: „Hon se im Reiners eigentlich Hugo?“

 

Szene 3.

Pausenbesprechung bei den Nofler Kickern.

Steini: „Simmer do? Perfekt gsi, Jungs. Einfach genau so witer. Zweite Halbzit gleich vo Anfang a wieder voll do si!“

12 Sekunden nach Wiederanpfiff:

Fredirick Jefferson: „Fuck!“

Nadi: „Jo i woaß, voll scheiße, dass as koan Hugo gibt.“

Isi Granate: „Ma Nadi, pass mol kle uf, si hon grad mim ersta Angriff s´2:1 kriagt. Und des mit da ersta Chance vo Fraxra im ganza Spiel.“

Nadi: „Krass.“

Ignaz: „Ene Flanke hätt da Reidi oh einfach durchlo sölla, net?“

Simone Chazmòn: „Na Mann, oh wennr nur mit da Fingerspitza dra ko isch hättrn net durchlo könna, am langa Eck wär no an Fraxner gstanda. Und dassd Kugel am Stürmer direkt vor d Füaß fallt isch halt oh Pech.“

Marty Fischer: „Egal, eh immer no 2:1, es spielan se jetzt ganz cool und abgeklärt aba.“

Das Spiel wird sofort hektischer. Die Fouls häufen sich, der Ton wird rauer. An einen kontrollierten Spielaufbau ist nicht mehr zu denken, dennoch kommen die Sportfreunde zu einigen Chancen und Mitte der zweiten Halbzeit auch zum 3:1.

Claus Chazmòn: „Es hon se jetzt schö gmacht, wenn i im Lotto gwinn stell i eana für des a Stadion ins Äuele.“

Siggi Schira-Delli: „Mir heat zwor a Bluatgrätsche gfehlt in dera Aktion aber sunnsch wars schö gspielt, jo. Da Andi heat aber oh ger viel zit ka zum sich umdreha und s Lochpässle spiela.“

Claus Chazmòn: „Er heat halt oh lang warta müassa, bis da Jockl endlich mol ins Loch glofa isch. Woasch dia sin inzwischen oh numma di jüngsta. Und so flinke Wiesel wia´s i damals war sin se jetzt halt oh net grad.“

Siggi Schira-Delli: „Dafür heatr d Bude aber eiskalt gmacht, da Jockl.“

Claus Chazmòn: „Stimmt, ene heatr verdiant nochdemr all so brav spielt und eam in da letzta Zit d´Seuche am Fuaß kleabt isch.“

83. Spielminute, immer noch 3:1. Die Sportfreunde haben die Partie bislang gut unter Kontrolle.

Fredirick Jefferson: „Fuck!“

Marty Fischer: „I hans jo gwisst, dass es nomol spannend würd!“

Nadi: „Was isch passiert?“

Isi Granate: „Pass mol uf he! Elfer für Fraxra gibts. Da sexy Libero heat oan umgschnitta.”

Simone Chazmòn: „War es scho im Strafraum?“

Claus Chazmòn: „Knapp aber doch.“

Marino Curveball: „Heat net da Sebi seal no „Ohne Foul, Jungs!“ gruafa, bevor er seal s Foul gmacht heat?

Isi Granate: „Zähl an net a he! Wia söll er sich seal höra, wennr grad was rüaft? Außerdem ischr sexy!“

Fredirick Jefferson: „Fuck!“

Marino Curveball: „Jo echt scheiße, dabei isch da Reidi no guat dra gsi am Elfer aber war scho guat gschossa.“

Die letzten Minuten laufen.

Simone Chazmòn: „Owe, jetzt schwimmen se aber do hinta.“

Nadi: „I tät jetzt oh gern schwimma – in na Pool voll mit Hugo.“

Marino Curveball: „Ene schwimmen net, ene betteln scho!“

Pitrazia: „Wenn se so witer machen, fangen se sich echt no oane.“

90. Spielminute:

Fredirick Jefferson: „Fuck!“

Marino Curveball: „Ene machtr so us da Drehung oh nur oamol vo 300 Versuche.“

Simone Chazmòn: „Scheiße, 80 Minuta die bessere Mannschaft und am Ende alls für d Katz.“

Nadi: „Was isch passiert?“

Isi Granate: „Fraxra heat in da letzta Minuta noch da Ausgleich gmacht.“

Pitrazia: „Gschissn. Jetzt isch alls…“

Nadi: „…für´n Hugo!“

 

Fazit: Nach einer der besten Saisonleistungen und als bis zur 83. Minute sicher besseres Team mit deutlichem Chancenplus fühlt sich das Unentschieden heute wie eine Niederlage an. Wie schon gegen den FC Weiler musste man gegen einen direkten Konkurrenten um die Meisterschaft in der letzten Minute noch den Ausgleich hinnehmen. Nach dem Anschlusstreffer durch einen Elfmeter in der 83. Minute verlor man völlig den Faden, konnte vorne keine Bälle mehr halten und war unter Dauerdruck der Gäste, die – wie auch die Sportfreunde kurz zuvor – in der Nachspielzeit sogar noch eine Chance auf den Siegestreffer vorfanden. Am Ende einer dramatischen Partie steht ein für die Sportfreunde bitteres Unentschieden. Damit rückt die Titelverteidigung in weite Ferne, auch wenn man bislang noch kein Saisonspiel verloren hat. Zeit zum Schmollen bleibt aber kaum, denn nächste Woche stehen gleich drei Partien auf dem Programm: das letzte Heimspiel der heurigen Meisterschaft, die Revanche gegen den FC Fraxern und die erste Runde eines nagelneuen, vorarlbergweiten und mit Preisgeld aufgewerteten Hobbycups. Termine siehe unten.

Man of the Race: Seit Wochen in Hochform lieferte Rene Dolber auch heute wieder eine klasse Leistung ab. Mit traumwandlerischer Leichtigkeit zog er sein Spiel am rechten Flügel auf, rackerte 90 Minuten und länger, lieferte nach einer tollen Einzelleistung die Wuchtel per Flugpost pfannenfertig und punktgenau auf den Kopf des Torschützen und leitete mit einem gewonnenen Luftduell im Mittelfeld auch das 3:1 ein. Wir sind beeindruckt und zwar so sehr, dass wir seinen Namen ab dem nächsten Spielbericht auch wieder richtig schreiben werden. Versprochen.

Sportfreunde Nofels – FC Fraxern   3:3 (2:0)

Aufstellung: Rene Ritter – Sebi Reiner, Peter Amann, Elias Kainrath – Rene Dolber, Martin Malin, Adi Moosbrugger, Christof Schöch (Hannes Gau) – Joachim Stadelmann (Dean Dolovic), Steini Steinwidder (Martin Bröll), Andreas Amann (Benni Kainrath)

Torfolge:

1:0 – Andreas Amann (Rene Dolber)

2:0 – Andreas Amann (Martin Malin)

2:1 – FC Fraxern (46. Min)

3:1 – Joachim Stadelmann (Andreas Amann, 60. Min.)

3:2 – FC Fraxern (Elfmeter, 83. Minute)

3:3 – FC Fraxern (90. Minute)

 

Kommende Spiele:

Montag, 20:00 Uhr, Sportplatz Gisingen: SFN – FC Zwischenwasser (letztes Saisonheimspiel!)

Freitag, 18:00 Uhr, Sportplatz Fraxern: FC Fraxern – SFN (Liga)

Samstag, 14:00 Uhr, Sportplatz Gisingen: 1. Runde Vorarlberger Hobbycup

 

 

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